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Textilrestauration Dietlinde Reissner (Startseite)
Neuburg an der Donau

Philosophie der Textilrestaurierung

Textile Kunst- und Kulturgüter sind Teil des kulturellen Erbes und stellen erhaltenswerte Sachkulturgüter dar. Sie verdienen größte Wertschätzung, da sie oftmals unwiederbringliche Einzelstücke mit eigener Biographie und Vergangenheit sind.

Textilien begleiten uns von der Wiege bis zur Bahre, sie verbergen zahlreiche Aussagen zum Zeitgeschmack, zu ihrer Verwendung, sowie zum gesellschaftlichen Status ihrer Träger.
Die angewandten Herstellungstechniken geben Aufschluss über die Art und Verarbeitung der jeweiligen Materialien.

Beim Verlust von textilen Kulturgütern gehen nicht nur die damit verbundenen Aufschlüsse verloren, sondern es verschwinden damit auch Teile unserer Kulturgeschichte.
Eine zusätzliche Beeinträchtigung kann auch durch unsachgemäße Behandlung entstehen.

Das Ziel jeder Restaurierung muss den Grundsatz einer präventiven Konservierung beinhalten und das Objekt mit seiner langfristigen Bestimmung in den Mittelpunkt stellen. Auch gilt es, dem Originalzustand so nahe wie möglich zu kommen, die Techniken der Entstehung zu erkennen und die Schritte der Restaurierung und Konservierung des Textils festzulegen.

Vielfach stellt sich die Frage: Soll ein Objekt erhalten und museal zugänglich sein, oder soll es praktisch benützbar bleiben? In Abstimmung mit dem Auftraggeber muss hier der für das Objekt richtige Weg eingeschlagen werden. Voraussetzung hierfür ist das Wissen um die Bedeutung des Objektes.

Das Wissen um die Ursache von Schäden spielt eine wesentliche Rolle:
Ist es die Alterung, sind es die Umwelteinflüsse, oder handelt es sich um die unvorsichtige Behandlung durch den Menschen. Hier taucht die Frage auf, wie können schädigende Faktoren künftig vom Objekt ferngehalten werden: Das Licht, die Feuchtigkeit, die Insekten oder auch der unsachgemäße Umgang mit dem textilen Objekt! Auch muss erörtert werden, ob und wie das Objekt nach der Restaurierung behandelt und aufbewahrt werden soll.

Es folgt ein individuelles Restaurierungskonzept. Die Schäden sind stets anders gelagert. Das Objekt wird vor der Restaurierung nach Zustand, Material und Technik analysiert. Arbeitsschritte müssen überlegt werden und begründet sein. Eine angemessene Restaurierung bringt das Objekt wieder zur Geltung und tritt dabei selbst in den Hintergrund.

Bei einer gewissenhaften Untersuchung stellen sich gewöhnlich mehrere Fragen zur Restaurierung des Objektes:

  • Welche Materialien sind hierfür geeignet, wo erhält man sie?
  • Welche Farben werden benötigt, welche chem. Zusammensetzung haben sie?
  • Welches Trägermaterial ist notwendig, damit das Objekt wieder zur Geltung kommt?

Begleitend hierzu muss man die Aussage des Objektes im Auge behalten, sowie seine Entstehung mit seiner Bedeutung für der Zukunft versuchen, in Einklang zu bringen.
Auch muss eine kosteneffiziente, der Situation angepasste Lösung gesucht werden.

Die Durchführung der Arbeiten ist angelehnt an die traditionelle Art der Behandlung von Textilien, was bedeutet, dass alle Arbeiten mit natürlichen Materialien und Mitteln von Hand ausgeführt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass während der Restaurierung keine verändernden Maßnahmen am Original vorgenommen werden.

Restaurierungsvorgang
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