Textilrestauratorin mit einem Herz für Rosen
In Hermannstadt, der Hauptstadt meiner Heimat Siebenbürgen
absolvierte ich im deutschen Gymnasium das Textilabitur und arbeitete
später mehrere Jahre in der vom damaligen Direktor der Stiftung
Studienseminar, Dr. Konrad Lachenmayr eingerichteten
Restaurationswerkstätte St. Angela in Neuburg an der Donau.
Die Werkstätte war mit dem Zweck gegründet worden, die
wertvollen barocken Paramente, darunter zahlreiche Antependien, Ornate
und Reliquien, die von den Ursulinen in Neuburg an der Donau hergestellt
wurden, zu restaurieren und zu erhalten. Diese Arbeiten zählen zu
den wertvollsten Textilarbeiten dieser Epoche.
Erwähnt sei noch, dass das Kloster von Herzog Johann Wilhelm im
Jahr 1698 gegründet wurde. Die ersten Nonnen, die aus
Düsseldorf kamen, konnten im Jahr 1701 in die damalige Residenzstadt
Pfalz-Neuburg einziehen und mit ihrer Kunst beginnen.
Die St. Angela Werkstätte war über diese Zweckbestimmung
hinaus auch Anlaufstelle für die verschiedenartigsten
Restaurierungsaufträge von draußen. So wurden u.a. auch
Paramente aus zahlreichen Pfarrkirchen, wie auch Kirchen- und
Vereinsfahnen restauriert. Eine besondere Herausforderung war es für
mich, mit Grabfunden umzugehen. Die Grabfunde wurden für museale
Zwecke restauriert und konserviert. (siehe: Galerie)
Bei einer bekannten Münchener Künstlerin erlernte ich das
Färben von Fäden und Stoffen, wie auch das Weben auf einem
großen Flachwebstuhl. In Berlin absolvierte ich Anfang der 90er
Jahre einen Mikroskopielehrgang und war zu einem ausführlichen
Erfahrungsaustausch im Landesamt für Denkmalpflege in Schloss Seehof
bei Bamberg.
Nach der Geburt meiner beiden Söhne Elias und Samuel sammelte ich
weitere Erfahrungen und restaurierte mehrere wertvolle Objekte aus einer
historischen Kleidersammlung für das Württembergische
Landesmuseum in Stuttgart.
Für das Marstallmuseum im Nymphenburger Schloss in München
restaurierte ich die mit Samt und wertvollen Stickereien bedeckten
Pferdegeschirre der Kutschen des bayerischen Königs Ludwig II.
Eine große Herausforderung war die Restaurierung der Antependien
aus dem Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt.
Eine ganze Reihe von Kirchenfahnen und Vereinsfahnen erhielten durch
meine handwerkliche Tätigkeit wieder ihr ursprüngliches
Aussehen. Seit 1997 arbeite ich mit großer Hingabe in meiner
eigenen Werkstatt.
Eine weitere Leidenschaft ist unser großer Garten, der mir viel
Freude bereitet und auch zur Entspannung dient. In den
zurückliegenden Jahren habe ich mir große Kenntnisse in der
Gartenkunst mit Rosen und Stauden erworben. Über zweihundert
verschiedene Rosen zieren den Garten, den Besucher schon mal als "Kleines
Paradies" bezeichnet haben, ohne zu ahnen, wie viel Mühe und
Zuneigung notwendig ist und dass der Erfolg auch hier erst nach der
Arbeit kommt. Denn jedes Handwerk will bekanntlich gelernt sein!
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